In Freiburg sind 2025 mehr Menschen mit dem Fahrrad unterwegs gewesen als je zuvor. Die Auswertung der Zählstellen über die vergangenen zehn Jahre zeigt deutliche Zuwächse, vor allem auf etablierten Routen. Verantwortliche verweisen darauf, dass die gezielte Förderung und der Ausbau der Infrastruktur maßgeblich zur Entwicklung beitragen.
Zählstellen und Wachstumsraten
Der Radverkehr wird in der Stadt an 17 Zählstellen systematisch erfasst. An vier zentralen Messpunkten lassen sich besonders starke Steigerungen beobachten. Zwischen 2015 und 2025 nahm die Nutzung an den Stationen Wiwilibrücke, FR1 Otto Wels Straße, FR2 Süd und FR3 um mehr als 20 Prozent zu. Damit überstieg der Zuwachs deutlich die Bevölkerungszunahme von rund fünf Prozent im gleichen Zeitraum.
Die Zählstelle FR2 verzeichnete den stärksten Anstieg. Dort hat sich die Nutzung innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt, konkret um 142 Prozent. Die Wiwilibrücke bleibt mit 3,62 Millionen gezählten Fahrten im Jahr 2025 die am stärksten frequentierte Messstelle. Zwei Zählstellen, die 2024 neu installiert wurden, verteidigen vordere Plätze im Ranking: Am Rotteckring wurden knapp 2,8 Millionen Fahrräder gezählt, in der Rempartstraße 2,26 Millionen. Auf Platz drei liegt FR1 Dreisam Otto Wels Straße mit 2,68 Millionen gezählten Fahrten.
Saisonale Verläufe und Winterbetrieb
Die Daten zeigen ausgeprägte saisonale Schwankungen. Der höchste Wert wird im Juli erreicht; in diesem Monat entfielen 11,6 Prozent aller jährlichen Zählungen, das entspricht 32 700 Fahrrädern pro Tag im Jahr 2025. In den Sommerferien sind die Zahlen spürbar niedriger, im Herbst und Winter sinkt die Nutzung weiter.
Dennoch bleibt das Radfahren auch in der kalten Jahreszeit relevant. In den Monaten Dezember, Januar und Februar wurden jeweils rund sechs Prozent der Jahresfahrten registriert. An den vier genannten Zählstellen lagen die Tageswerte in diesen Wintermonaten 2025 zwischen 18 800 und 23 200 gezählten Fahrten. Die Stadt verweist darauf, dass Winterdienst und Pflegeintervalle dafür sorgen, dass Radwege auch bei Schnee und Eis passabel bleiben.
Verkehrsplanung und weitere Erhebungen
Die Zähldaten dienen nicht nur als Bestandsaufnahme. Sie liefern konkrete Hinweise für Maßnahmen der Verkehrsplanung, etwa zum Ausbau von Radwegen, zur Erhöhung der Sicherheit und zur Anpassung des Winterbetriebs. Die Daten erlauben zudem eine Bewertung von Projekten wie FR2 und künftigen Vorhaben.
Am Ende des Jahres 2025 wurde eine weitere Zählstelle am Abzweig Wildtalstraße in Richtung Gundelfingen eingerichtet. Mit ihr will das Garten und Tiefbauamt die Entwicklung entlang des geplanten Radschnellwegs RS6 verfolgen; weitere Messpunkte entlang der Strecke sind geplant. Die Ergebnisse aller Zählstellen sind online unter freiburg.de/radverkehr verfügbar.
Mobilitätsbürgermeister Martin Haag kommentierte die Zahlen mit den Worten: „Die Daten der Zählstellen zeigen deutlich, dass unsere Strategie, das Radfahren zu fördern, wirkt. Die Freiburgerinnen und Freiburger ziehen mit.“
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